Anita Peter, geboren 1980, aufgewachsen und wohnhaft und in Schötz LU

 

Nach der Erstausbildung zur Kauffrau, der Berufsmatur und einigen Jahren Berufstätigkeit im Personalwesen absolvierte ich den Gestalterischen Vorkurs an der Hochschule für Kunst und Design in Luzern. Nach weiteren Jahren Berufstätigkeit im Marketingbereich und der Weiterbildung in Productmanagement folgte 2014-2017 schliesslich die Ausbildung zur Holzbildhauerin an der Schule für Holzbildhauerei in Brienz. 

 

Seither bin ich neben einer 50%-Anstellung als Geschäftsleitungsassistentin selbständig als Holzbildhauerin  am Werk. Dabei entwerfe und schnitze ich Auftragsarbeiten nach individuellen  Kundenwünschen oder erarbeite eigene, themenbezogene Werkserien. Zeitweise bin ich als freie Mitarbeiterin für andere Künstler im Einsatz oder unterrichte an der Schule für Holzbildhauerei in Brienz das Fach Modellabgusstechnik.

 


Gerne lasse ich mich für ein Thema oder ein Projekt begeistern - ich mag es, mich in eine Materie zu vertiefen, zu beobachten, etwas auszuprobieren, zu reflektieren, zu lernen, zu entwickeln. Als Person, welche die Welt gerne auch mit den Händen begreift, habe ich eine Schwäche für schöne, sinnliche Strukturen und Ornamente. Es gefällt mir, bildhauerisch Grenzen zu suchen, neue Ausdrucksweisen zu finden, die drei Dimensionen der Gestaltung auszuloten. Gerne zeige ich kleine Dinge ganz gross – ja, ich liebe Details!

 

Auch grafische Arbeiten, welche durch den Einsatz dreidimensionaler Gestaltungsmöglichkeiten entstehen, holen mich aus der Reserve. Etwa das Kreieren und Schnitzen einer abstrahierten Schrift, dessen geometrischen Vertiefungen auf den ersten Blick ein ornamentales Schattenspiel zeigen und der Betrachter irgendwann realisiert, dass sich das Ornament lesen lässt. Ich mag Arbeiten, die man lange betrachten und immer wieder etwas Neues darin entdecken kann. Gerne und oft begleiten mich dabei philosophische Gedanken und Fragestellungen zu unserem Dasein, wobei ruhig auch eine Prise Humor und Ironie mitschwingen darf.

 

Das Mass aller Dinge ist für mich aber die Natur. Deren unglaublichen Funktionsweisen und die wechselseitigen Beziehungen alles Lebenden faszinieren mich ungemein - gerne lasse ich mich natürlich auch von ästhetischen Besonderheiten in Staunen versetzen. In meiner Freizeit bin ich deshalb so oft wie möglich draussen in der Natur unterwegs - dabei versuche ich, diese mit wachen Sinnen wahrzunehmen und zu verstehen. Ob aus der Flora, Fauna oder Geologie – gerne lasse ich natürliche Formen und Strukturen in mutierter Form in meine Arbeiten einfliessen.

 

Dazu Holz als natürlichen Werkstoff für meine Arbeit zu nutzen, gefällt mir. Je intensiver ich mich mit Bäumen und Holzarten auseinandersetze, desto grösser wird meine Begeisterung für deren Vielfalt und Eigenschaften. Durch die äusseren Einflüsse, welche einen Baum während seines Wachstums über Jahre hinweg prägen (Standort, Klima, Wetter, Lichtverhältnisse, menschliche & tierische Eingriffe, etc.) bekommt jedes Holz seinen ganz eigenen Charakter, welcher den Schnitzprozess wie auch die Arbeit an sich massgeblich beeinflusst und mich immer wieder von neuem herausfordert!